Universitas magistorum et scholarium

An der Universität geht es um selbstständiges Denken, Du musst für Dich selbst entscheiden. Das bedeutet auch: Die Universität ist keine Schule! Es geht hier nicht um passiven Bildungskonsum, sondern kritische Wissenschaft und Forschung, also: Bring dich ein! Denn die Universität hat ihren Namen vom lateinischen universitas magistrorum et scholarium, das heißt: Einheit von Verwaltung und Studium. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass Lehrende und Lernende (beides sind Kommilitonen, d.h. Mitstreiter) auf Augenhöhe die Universität verwalten und forschen und lernen – die Idee der Universität gründet auf dieser wechselseitigen Zusammenarbeit. Du studierst also erst, wenn Du nicht nur lernst, sondern auch forschst und Dich auch an der Verwaltung und damit Gestaltung der Universität beteiligst.

 

Auch Du, Kommilitone!

Mit der Immatrikulation an der Universität Hannover hast du das Niedersächsische Hochschulgesetz (NHG) und die Satzung der Verfassten Studierendenschaft (SvS) anerkannt. Du bist damit Teil der Studierendenschaft. In vielen Bundesländern, so auch in Niedersachsen, ist die Studierendenschaft eine rechtsfähige Teilkörperschaft der Universität. Sie ist daher entsprechend damit beauftragt, an der Verwaltung der Universität teilzuhaben, hat aber auch das Recht, ihre eigenen Belange zu vertreten und sich dazu selbst zu organisieren. Zu den Aufgaben und Pflichten der Studierendenschaft gehört die politische Vertretung der Studierenden, deren kulturelle und politische Bildung und die Unterstützung der Universität bei der Erfüllung ihrer Aufgaben (vgl. NHG § 20 Abs. 1 Satz 1-6 und SvS § 2 und 3). Auch wenn viele Deiner studentischen Kommilitonen es nicht wissen, oder nicht den Eindruck machen: Alle sind Teil der Studierendenschaft – damit gelten diese Aufgaben und Pflichten für jeden von uns! (Hierzu hat der Ältestenrat einen Aufruf verfasst.)

 

In den Fängen der Macht

Bist Du neu an der Universität oder hast dich noch nie mit Hochschulpolitik auseinandergesetzt, wird Dir alles wirr und abstrakt vorkommen: Die Komplexität des Neuen erschlägt Dich. Oftmals hilft die bildliche Darstellung, um komplexes zu vereinfachen und zu vermitteln: Du kannst Dir die Universität wie einen Staat im Staate vorstellen. Zwar erhält sie Gelder und Weisungen von der Landesregierung, verwaltet sich aber ansonsten selbst. Die Universität unterteilt sich in die akademische Selbstverwaltung und die studentische Selbstverwaltung. Beide haben so etwas wie eine Regierung, ein Parlament, Landesparlamente und Kommunalverwaltungen.

In der akademischen Selbstverwaltung bildet der Präsident mit seinem Präsidium die Spitze, er vertritt die Universität nach außen und sorgt für die Umsetzung von Beschlüssen und Ordnungen (Exekutive). Alle wesentlichen Entscheidungen werden jedoch im Senat getroffen, in dem gewählte Vertreter aller Statusgruppen (also 7 Professoren, 2 Wissenschaftliche Mitarbeiter, 2 Verwaltungsangestellte und 2 Studierende) vertreten sind: sie entscheiden über Haushalt, Ordnungen, Studiengänge (Legislative). Eine richtige Judikative gibt es innerhalb der akademischen Selbstverwaltung nicht, ihre Aufgaben werden von Präsident und Rechtsabteilung wahrgenommen. Die Universität teilt sich in Fakultäten. Diese werden jeweils, entsprechend des Paares Präsidium-Senat, von einem Dekanat und einem Fakultätsrat (bestimmt über Prüfungsordnungen usw., setzt sich zusammen wie der Senat) verwaltet. Schließlich unterteilen sich die Fakultäten in Institute (manchmal auch Seminare genannt), die jeweils von einem Vorstand und einer Institutskonferenz verwaltet werden. Auf allen Ebenen der akademischen Selbstverwaltung gibt es zudem Ausschüsse und Kommissionen, die über Haushaltspläne, Zulassung- und Prüfung von Studierenden, die Situation der Lehre und vieles mehr beraten und den beschlussfassenden Gremien Empfehlungen aussprechen. Zudem beauftragt das Präsidium Dezernate und zentrale Einrichtungen mit bestimmten Aufgaben.

(Quelle: AStA Uni-Hannover, 2012/13)

 

Organigramm der verfassten Studierendenschaft

In der studentischen Selbstverwaltung nimmt der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) die „Regierungsgeschäfte“ wahr, er wird durch den Studentischen Rat (StuRa) gewählt, der über alle Belange der Studierendenschaft entscheidet. Außerdem wählt der Studentische Rat den Ältestenrat, das Bundesverfassungsgericht der Studierendenschaft. Der Studentische Rat ist wiederum zur Hälfte gewählt, zur Hälfte werden in ihn Mitglieder von den Fachschaftsräten delegiert. Die Fachschaftsräte entsprechen den Fakultätsräten der akademischen Selbstverwaltung – alle Studierenden einer Fakultät bilden die Fachschaft. Sie unterteilt sich in Fachgruppen (fachverwandte Studiengänge), die jeweils einen Fachrat wählen, der ihre ständige Vertretung übernimmt. Der Studierendenrat Geschichte ist ein solcher Fachrat. Auf allen Ebenen der studentischen Selbstverwaltung kann es Vollversammlungen geben, also Fachgruppen-, Fachschafts- und uniweite Vollversammlungen, die den sie vertretenen Gremien Empfehlungen aussprechen können.

(Quelle: AStA Uni-Hannover, 2012/13)

 

Um die ständigen Gremien in der akademischen und studentischen Selbstverwaltung zu besetzen, finden jedes Jahr im Januar Universitätswahlen statt. Jedes Jahr werden dabei die studentischen Vertreter in die akademischen Gremien und die studentischen Gremien gewählt, jedes zweite Jahr die Vertreter der anderen Statusgruppen in die akademischen Gremien. Eine Ausnahme bilden die Fachräte: sie werden in Fachgruppenvollversammlungen gewählt.

 

Macht macht Spaß – gestalte mit!

Oftmals sind sowohl die Wahlbeteiligung an den Uniwahlen gering (unter 15%), Vollversammlungen schlecht besucht und auch die Rückbindung zwischen den Gremienvertretern und der Wählerschaft mangelhaft. Zu häufig wird die Verantwortung auf die Gewählten abgewälzt: die Wähler geben ihre Stimme ab.

Sicherlich müssen fast alle Kommilitonen im Studium einiges leisten, Prüfungs- und Studienleistungen erbringen und nebenher noch Erwerbsarbeit zur Finanzierung ihres Studiums und Lebensunterhaltes tätigen. Aber auch hier gilt der Grundsatz: Wenn jeder nur ein Bisschen macht, kann gemeinsam viel erreicht werden. Vor allem gilt: Macht macht Spaß! Bei hochschulpolitischen Aktivitäten lernt man viele neue Kommilitonen kennen, die an verschiedensten Projekten arbeiten, diskutiert man über allerlei und kommt auch den Lehrenden auf einer ganz anderen Ebene näher. Das alles kann man in Lehrveranstaltungen häufig nicht erleben. Hat man schließlich an Entscheidungen mitgewirkt, die den Unialltag und die Studienrealität auf lange Zeit positiv beeinflussen, darf man sogar stolz sein, für die Studierendenschaft und die Universität etwas erreicht zu haben – universitas magistrorum et scholarium eben.

 

 

Links zu den wichtigen Gremien der Universität Hannover

Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA)

Studentischer Rat (StuRa)

Ältestenrat (ÄR)

Vollversammlung (VV)

 

Präsident

Senat

Dekanat der Philosophischen Fakultät

Studiendekanat der Philosophischen Fakultät

Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät

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