Das Konzept „Universität“

Leibniz Universität hannover

Leibniz Universität Hannover

Was ist die Universität heute? Ausbildungsfabrik, Bildungsdienstleister oder freie Denkstätte, die Raum für individuelle Entwicklung bietet? Wir glauben, die Uni ist beides. Aber mit besorgniserregender Geschwindigkeit verliert die Denkstätte immer mehr Winkel und Ecken, wird glatt geschliffen zu einem hübschen, runden Endprodukt – und mit ihr die Studierenden gleich mit. Woran liegt das? Wie kann man das ändern? Ist es überhaupt nötig, diese Entwicklung aufzuhalten? Wir glauben ja. Denn Universität ist keine Schule und nicht der Ort für stumme Bildungskonsumenten, die in ihren Seminaren sitzen, ohne sich zu beteiligen.

Flexibilität und Anforderung im Studium vereinbaren

Studierende müssen die Zeit und Möglichkeiten haben, rechts und links vom Stundenplan zu registrieren, was sie eigentlich studieren und wieso. Nur wenn diese Möglichkeit gegeben ist, kann die Universität die Persönlichkeitsbildung und die bürgergesellschaftliche Bildung der Studierenden wahrnehmen. Gleichzeitig sollten Dozierende aber auch von ihrem Recht Gebrauch machen, Störenfriede und Bildungszombies zu sanktionieren, wenn es darum geht, die Kommiliton*innen in qualitatives inhaltliches und wissenschaftliches Arbeiten einzuführen. Es gilt, Wissen nicht nur wiederzukäuen, sondern kritisch zu hinterfragen, an der Lehre aktiv teilzunehmen. Dass dies möglich ist, ist vielen Studierenden überhaupt nicht klar. Sie kommen direkt von der Schulbank in den Hörsaal und lernen stumm weiter auswendig.

Selbstbestimmt studieren und Anforderungen transparent machen

Um ein selbstbestimmtes Studium zu ermöglichen, müssen die starren Strukturen aufgeweicht werden, gleichzeitig müssen die Anforderungen an Dozierende und Studierende transparent dargelegt werden. Die Studierenden müssen die Möglichkeit haben, innezuhalten, sich umzuschauen und das Studium als Studium und nicht als reine Berufsausbildung wahrnehmen zu können. Gemeinsam mit der Institutskonferenz und den Studiengangskoordinatoren sollten wir ein Konzept entwickeln, dass es den Studierenden möglich macht, die benötigten Punkte (so flexibel wie möglich) zu sammeln und gleichzeitig die Punktegeierei in den Seminaren zu beenden. Erstsemestern sollte gleich von Beginn an klar gemacht werden, dass sie selbstständig entscheiden, wo sie welche Leistungen erbringen möchten und dass es dazu eine Vielzahl von Optionen gibt, welche jedoch nicht stundenlang in Seminaren diskutiert, sondern individuell mit den Dozierenden besprochen werden können. Diese Freiheit muss den Studierenden vermittelt werden und Studierende als mündige Mitstreiter in Forschung und Lehre angesehen werden.

Gemeinsam Lernen, Forschen, Lehren – Universität gemeinsam gestalten

Woran forschen die Dozierenden? Welchen theoretischen Strömungen folgen sie? Und welchen nicht? All das sind Fragen, denen ein Seminar oder sogar eine Vorlesung Raum geben kann. Sie binden Studierende und Dozierende wieder näher aneinander und trainieren kritische Auseinandersetzungen mit den behandelten Themen. Gleichzeitig können kleinere Veranstaltungen im lockeren Rahmen (zum Beispiel die geplante „Auf ein Bier mit…“-Reihe oder die Spätlese) Brücken zwischen Studierenden und Dozierenden bauen, können Berührungsängste gemindert werden. Gemeinsam mit den Dozierenden und Studierenden des Historischen Seminars wollen wir uns ab dem Sommersemester in regelmäßigen offenen Diskussionsrunden über unsere Vorstellung der Universität und die Stärken und Schwächen des Historischen Seminars austauschen, um es gemeinsam nach den Vorstellungen und Wünschen der Fachgruppe zu gestalten.

Im Umgang mit der Wissenschaft das Denken lernen

Gerade in den Geisteswissenschaften plädieren wir für mehr und differenzierte Einführungsveranstaltungen! Studierende gehen ohne Grundwissen über Theorien und Praxis ihres Fachs in hoch spezialisierte Seminare, ohne überhaupt zu wissen, wie wissenschaftliche Arbeitet funktioniert. Das Argument, dass Studierende in niedrigeren Semestern mit der Vielzahl von Theorien nicht umgehen könnten und ihre fehlende Qualifikation für wissenschaftliches Forschen nicht ausreichend sei, weisen wir zurück: so entwickeln die Studierenden kein Bewusstsein für ihre Wissenschaft, entwickeln keinen Blick für theoretisch geprägte Herangehensweisen und die Praxis des wissenschaftlichen Handwerks lernen sie auch nicht. Kein Wunder, dass ihre Abschlussarbeiten häufig nicht den wissenschaftlichen Standards entsprechen. Auch sollten viel häufiger Ideen und Initiativen der Studierenden gefördert (nicht nur gefordert!) und projektorientiert durch den Studienverlauf begleitet werden.


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