Prüfungsstress – ein Kommentar

Überall höre und lese ich zur Zeit wieder von Klausuren- und Lernphase…

Das passt nicht mit Studium und Universität zusammen!

„Studying“ by svenwerk, flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

 

Studieren kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „nach etwas streben“ – nach Erkenntnisgewinn nämlich. Studieren, das bedeutet, etwas genau zu beobachten, einer Sache auf den Grund zu gehen, etwas zu erforschen, sich eingehend damit zu beschäftigen, nachzuspüren, aber auch sich dabei etwas anzueignen. Studieren heißt: Denken lernen, (wissenschaftlichen) Erkenntnisgewinn erleben – gleichzeitig aber jede Erkenntnis aufs neue zu prüfen, zu hinterfragen, zu falsifizieren und zu neuer Erkenntnis zu kommen.

Universität ist in diesem Sinne ein Ort des Studierens: der Ort des gemeinsamen Studierens. In der universitas magistrorum et scholarium studieren Kommilitonen zusammen: Dozierende und Studierende (mit Studierenden sind hier nicht Studierende gemeint: auch ProfessorInnen lernen, auch Lernende lehren!) forschen, lehren, lernen und verwalten die Universität gemeinsam. Dadurch haben sie die Freiheit, die Wissenschaft benötigt.

 

Was können wir schon tun?

Die Lage der heutigen Universität habe ich im Avalist bereits mehrfach beschrieben und den Studierenden, die nicht allein in die Universität kommen, um sie mit einem Abschluss wieder zu verlassen, ist diese Lage bewusst. Immer wieder stehen wir aber vor der Frage: Was können wir tun, um die Universität weg von der Ausbildungsfabrik, hin zu ihrer eigentlichen Idee zu gestalten?

Die Antwort ist ganz einfach: partizipieren! Macht mit bei Universität, studiert endlich! Die studentische Selbstverwaltung bietet innerhalb ihrer Strukturen vielfältige Möglichkeiten, sich einzubringen und mitzugestalten, ihr Vorteil ist gleichzeitig, dass sie auf flexible, dynamische, spontane studentische Initiativen und Zusammenschlüsse ausgerichtet und in gewisser Weise auch von ihnen abhängig ist. Eine organisierte Studierendenschaft kann in den akademischen Gremien ergebnisorientierte Hochschulpolitik betreiben und Studienordnungen, -bedingungen usw. mitgestalten und im Interesse der Studierenden verändern.

Wer sich nicht im Rahmen der hochschulpolitischen Gremien engagieren möchte, der kann dennoch seine Rolle in der Universität wahrnehmen und einmal wirklich Kommilitone sein – die Form und Dichte von Studien- und Prüfungsleistungen kann da ein Anfang sein: Sagt doch zu Beginn der Klausuren beispielsweise dem Dozenten einfach, dass ihr diese Form der Wissensabfrage für ungeeignet und im Rahmen der Universität für unangebracht haltet, weil sie nichts mit Studieren gemein hat, sondern lediglich Bulimie-Lernen fördert und so gar kein Erkenntnisgewinn möglich ist. Und tut das immer wieder, bei jeder Klausur, in jeder Vorlesung und in jedem Seminar! Lasst euch auch nicht von jenen Studierenden einschüchtern, die euch Unverständnis entgegen bringen und murren, ihr würdet so lediglich einen Mehraufwand generieren, den zu leisten nicht in ihrem Interesse sei – sprecht mit ihnen, diskutiert in den Vorlesungen und Seminaren über das Studium und seine Formen, entwerft eine Vision davon, wie ihr studieren wollt – und arbeitet daran, sie zu realisieren. Und sei es nur für jene, die nach euch kommen. Auch das ist Universität!

by Nick Jaussi, flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

(Jan)


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