Stellungnahme #3 (zum Gespräch im Anschluss des Studientages)

Am  21.11.2012, im Anschluss an den Studientag am Historischen Seminar, fand ein Gespräch zwischen den anwesenden Dozenten des Historischen Seminars und einigen Vertretern der Fachgruppe Geschichte statt. Im Folgenden wird erläutert, was genau Inhalt des Gesprächs war.

Auf unsere Forderung, einen Antrag auf Entfristung der LfbA-Stelle beim Dekanat einzureichen, wurde nicht eingegangen. Der Vorstand des Historischen Seminars wird weiterhin auf dem Standpunkt verharren, einen solchen Antrag nicht stellen zu wollen. Zunächst legten die Vertreter der Fachgruppe Geschichte dar, warum sie eine Forderung nach der Entfristung der Stelle für notwendig empfinden:

–          Wir versprechen uns von dem Antrag ein offizielles, schriftliches Angebot vom Dekanat, mit welchem weiterverhandelt werden kann.

–          Eine Entfristung der Stelle gewährleistet eine sichere Erhaltung der Stelle in ihrer jetzigen – für uns perfekt erscheinenden – Konzeption.

Als Erfolg können wir allerdings verbuchen, dass einige der Gründe hierfür jetzt endlich schriftlich formuliert vorliegen und uns heute vor dem Gespräch überreicht wurde. Weitere Gründe wurden im Gespräch geäußert. Gründe des Vorstands, den Antrag auf Entfristung der LfbA-Stelle nicht zu stellen, sind folgende:

–          „Eine Eigenfinanzierung der Stelle durch das Seminar ist auf Grund der Tatsache, dass das Seminar durch verschiedene Strukturveränderungen im Mitarbeiterbereich auf die Minimalausstattung zurückgeworfen wurde, nicht möglich.“ (vgl. Stellungnahme des Vorstands)

–          Momentan ist die Stelle bis 31.3.2014 rechtlich gesichert. Die kurze Frist hat ihre Begründung in dem möglichen politischen Wechsel und einem damit einhergehenden Wegfall der Studiengebühren, aus welchen die Stelle momentan finanziert wird. Werden diese abgeschafft, so ist die derzeitige Finanzierung der Stelle nicht mehr gesichert und der Vorstand des Historischen Seminars muss erneut um eine Weiterfinanzierung kämpfen.

–          Weiterhin wird vom Dekanat die klare Drohung ausgesprochen – bisher noch nicht schriftlich artikuliert – dass, sollte die LfbA-Stelle entfristet werden, eine Nachwuchsstelle des Historischen Seminars gestrichen wird, um die dann entfristete LfbA-Stelle zu finanzieren.

Wir möchten an dieser Stelle explizit klarstellen, dass wir auf keinen Fall möchten, dass die Nachwuchsstelle eines anderen Fachbereichs für die Entfristung alttestamentarisch geopfert wird. Wir möchten die LfbA-Stelle erhalten, ohne dafür in anderen Bereichen erkämpfte Mittel und Stellen hergeben zu müssen. Unsere nächsten Schritte werden deswegen auf das Dekanat direkt gelenkt. Die Androhungen, welche seitens des Dekanats ausgesprochen wurden, können und dürfen wir nicht gelten lassen.

1 Response to “Stellungnahme #3 (zum Gespräch im Anschluss des Studientages)”


  1. 1 JB 26. November 2012 um 11:49

    Endlich mal handfeste Informationen für die, die sich nicht so intensiv mit der aktuellen Situation befassen können oder wollen. Danke!

    Ich denke was im Zusammenhang mit dem Ursprünglichen Problem langsam richtig deutlich wird, ist die Situation derer, die eine wissenschaftliche Karriere an der Universität anstreben. Mit welchen Ambitionen (oder Illusionen) beginnt heute eine wissenschaftliche Karriere, wenn man von Beginn an eine Deadline gesetzt bekommt? Zumal die Zeit, die man in eine Doktorstelle investiert, bereits auf die Frist von 12 Jahren angerechnet wird. So sieht man immer wieder, dass Promotionen selbst finanziert oder über Stipendien abgewickelt werden, um das knappe Kontingent wissenschaftlicher Arbeitszeit nicht „unnötig“ zu verkürzen.

    Ich halte es für absolut richtig an diesem sehr zentralen strukturellen Problem des universitären Systems anzusetzen. Und gut, dass die Drohung der Stellenstreichung nicht einfach hingenommen wird. Ich halte das auch für den Punkt, über den man sich mit dem universitären Mittelbau sowie verschiedenen politischen Parteien zusammenschließen kann.

    Kein gutes Signal ist der Hinweis darauf, dass nur wenige eine wissenschaftliche Karriere einschlagen wollen. Zum Einen muss man sich, wenn man sich für eine demokratisch legitimierte Vertretung hält, auch um die Anliegen einer Minderheit kümmern. Zum Anderen sind es ja gerade die strukturellen Probleme, die viele von dieser Karriere abhalten. Die Begründung für die Gewichtung der Interessen hinsichtlich der befristeten und unbefristeten Stellen ist doch die, dass nur die unbefristeten Stellen echte Arbeitsstellen sind, wohingegen die befristeten eher einer Warteschleife entsprechen. Man kann nicht mehr in diese Schleife schicken, als hinter in festen Stellen untergebracht werden können. Sei es in fester Anstellung an der Universität oder außerhalb.

    Die 12 Jahre-Regel anzugreifen ist meiner Ansicht nach sehr gut. Das Problem wird hinterher darin bestehen, dass jemand so über Jahre eine unsichere Stelle bekleidet. Letztendlich ist es vielleicht sinnvoller, diese Regel nur aufzuweichen, anstatt lebenslange unsichere Arbeitsstellen zu schaffen.

    So könnte man darüber nachdenken, den Übergang von der Befristung in die Festanstellung einfacher und sicherer zu gestalten. Beispielsweise mit einer Art BfD für Akademiker.

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