Stellungnahme #2

Mit dieser Stellungnahme traten wir am Mittwoch beim Studientag zur Diskussion an.

Zunächst möchten wir klar stellen, dass wir mit dem Historischen Seminar sehr zufrieden sind und die familiäre Atmosphäre, sowie das Betreuungsverhältnis schätzen, und nicht missen wollen. Ebenso sehen wir Ihren Einsatz in den Gremien für studentische Belange und möchten Ihnen dafür danken. In unseren Augen ist die Besetzung keine Auseinandersetzung mit Ihnen – den Vorstandmitgliedern – als Privat- und Lehrpersonen, aber dennoch eine Notwendigkeit. Im Weiteren werden wir formulieren, warum die Besetzung eine notwendige Handlung für uns darstellt.
Wir haben bereits in der Stellungnahme, die an Sie alle, sowie das Dekanat, das Präsidium und sämtliche studentische Gremien herausging, kommuniziert, warum wir besetzen. Da wir hier mehr Raum und Gehör erfahren, möchten wir auf diese Punkte näher eingehen, sie differenzieren und weiter ausführen:

Wir, d. h. die Fachgruppenvollversammlung, hat beschlossen, sich mit lokalen Problemen in den Global Education Strike einzugliedern. Wir wollten diese Woche nutzen, um auf von uns definierte, lokale Probleme aufmerksam zu machen. Hierzu gehören, neben der Forderung nach der Entfristung der LfbA-Stelle, auch die Forderung nach Barrierefreiheit für alle und größere Räume.
Außerdem sollte von unserer Seite klargestellt werden, dass wir nicht direkt die Lehre sabotieren möchten. Sollten Sie andere Räume organisieren, oder auf anderem Wege die Lehre stattfinden lassen können, so werden wir dem nichts entgegensetzen. Weiterhin möchten wir darauf aufmerksam machen, dass niemals von uns kommuniziert wurde und wird, dass die Studenten zuhause bleiben und ihre jeweiligen Lehrveranstaltungen schwänzen sollen. Im Gegenteil – wir möchten auch mit den Studenten vor Ort in Kontakt treten und über die derzeitige Situation diskutieren.
Zu allererst werden wir die Verfahrensfehler offen legen, die unserer Ansicht nach geschehen sind und uns das Gefühl gaben, macht- und stimmlos zu sein und zur Eskalation der Situation führten. Andernorts übliche Prozesse wurden seitens des Vorstandes nicht eingehalten. Wir schickten am 17.10. die Aufforderung an den Vorstand, die Entfristung der LfbA-Stelle qua Antrag beim Dekanat zu fordern. Mit dieser Aufforderung wollten wir die Zuständigkeiten klären, da wir in Gesprächen mit dem Dekan und auch Herrn Barke immer wieder an den Vorstand des Historischen Seminars verwiesen wurden. Wir erwarteten eine schriftliche Stellungnahme und je nachdem, wie diese ausfallen würde, wollten wir unseren Protest an die zuständige Stelle lenken. Alle Argumente seitens des Vorstandes, diesen Antrag nicht stellen zu wollen, wurden lediglich mündlich an uns herangetragen. In diesen Argumenten wurde weiterhin auf lediglich mündliche Äußerungen seitens des Dekanats verwiesen. Auch nach unseren Plakatieraktionen wurde nicht schriftlich Stellung bezogen.

Daraufhin beriefen wir eine Fachgruppenvollversammlung ein, um über ein weiteres Vorgehen abzustimmen. Damit war die rechtliche Grundlage geschaffen. Wir haben außerdem für einen Rechtsbeistand gesorgt, der uns in dieser Angelegenheit beratend zur Seite steht.
In der Fachgruppenvollversammlung wurde dementsprechend auch über unsere Zielformulierung abgestimmt. Unsere Forderung, dass der Vorstand des Historischen Seminars einen Antrag auf Entfristung der LfbA-Stelle beim Dekanat stellt, wurde somit in der Fachgruppenvollversammlung beschlossen.

Die Besetzung wird erst enden, wenn die Forderung der Fachgruppenvollversammlung erfüllt wurde. Wir nehmen ihre öffentlich artikulierten Argumente vom Gespräch am Montag ernst, weisen aber dennoch auf unser weiterhin bestehendes Unverständnis hin, diesen Antrag nicht stellen zu wollen bzw. diesen Antrag nicht auch gemäß Ihrer Forderungen, bzw. anderer Maximalforderungen stellen zu wollen. Von dem eingereichten Antrag versprechen wir uns ein offiziell und schriftlich kommuniziertes Angebot vom Dekanat, mit welchem weiterhin argumentativ verhandelt werden kann.
Wir möchten an dieser Stelle noch einmal ausführen, warum die LfbA-Stelle von zentraler Bedeutung für uns ist. Es handelt sich bei dieser Stelle um eine Lehrstelle, die für alle Studierende zuständig ist und zudem unabhängig arbeitet, d.h. keinem Professor verbunden ist und keine Forschungsverpflichtungen hat. Zudem übernimmt sie zentrale Verwaltungsaufgaben. Die Konzeption dieser Stelle stellt für uns das Idealbild der studentischen Betreuung dar. Zudem verfolgt nur ein sehr kleiner Teil der Absolventen tatsächlich eine wissenschaftliche Karriere, für die ein vertiefender und spezieller inhaltlicher Schwerpunkt benötigt wird. Dies ist also auch nur eine Minderheit, welche sich auf ebenjene Stellen bewerben würde, die sie durch eine Nicht-Einreichung des Antrags retten wollen. Für alle Anderen sind die Grundlagen wesentlich bedeutender, denn in anderen Berufsfeldern müssen die Absolventen Grundsätzliches wie Quellenkritik, Recherche, Verfassen von verschiedenen Textformen, Vortragen sowie den Umgang mit Geschichte, und die Entstehung der Disziplin erlernt haben. Für den kleinen Teil gibt es international nur wenige Promotionsstellen, weswegen die Mehrheit aller Promovenden durch  Stipendien oder Drittmittel finanziert wird und für die Mehrheit der Absolventen  ist es nutzlos, sich übermäßig mit einer Epoche oder einem Thema beschäftigt zu haben. Allein aus diesen Tatsachen heraus wird die Bedeutung der aktuellen Konzeption des Grundlagenmoduls, welche Jahre und mehrere Prüfungs- und Studienordnungen in Anspruch nahm, deutlich.
Außerdem möchten wir festhalten, dass die Studierendenschaft und die Lehrenden in diesem Kampf einen Konsens haben, auf dem man durchaus aufbauen kann und in dessen Belangen man zukünftig definitiv zusammen arbeiten muss. Der erste Punkt ist die Einigkeit darüber, dass die 12-Jahres-Regelung schlecht für unseren Nachwuchs ist und dringend modifiziert werden muss. Wir wissen, dass diese Regelung zu einem unausgesprochenen Berufsverbot führt, und sehen sie außerdem als unwirtschaftlich an, da die massenhafte Verschwendung von Know-How unsinnig ist, wenn man vorher 12 Jahre in die betroffenen Personen investiert hat.
Des Weiteren möchten Sie, ebenso wie wir, dass die Stelle erhalten bleibt. Die Differenz besteht hier darin, dass wir dies einzig und allein durch eine Entfristung gewährleistet sehen, während Sie sich der Aufgabe stellen wollen, alle paar Jahre um die Stelle kämpfen zu müssen.
Lassen Sie uns zukunftsorientiert denken und gemeinsam eine Entfristung der Stelle fordern, anstatt weitere Befristungen von Mitarbeitern in Kauf zu nehmen oder uns mit Minimalforderungen und nicht offiziell artikulierten Drohungen seitens des Dekanats zufrieden zu geben.


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