Studiengebühren werden erhöht – 750,- Euro ab WS 11/12

Was bisher nur in geheimen Senatstreffen besprochen wurde, ist nun durchgesickert: Ab dem kommenden Wintersemester 2011/2012 werden die Studiengebühren an der Leibniz Universität Hannover von bisher 500,- auf 750,- Euro im Semester erhöht! Pünktlich zum doppelten Abiturjahrgang sollen so neue Gelder in die leere Hochschulkasse gespült werden.
Bereits vor einigen Wochen hat sich Uni-Präsident Barke im HAZ-Interview klar für Studiengebühren ausgesprochen: „Die jährlich zwölf Millionen Euro, die wir durch Studienbeiträge einnehmen, wären mir wichtiger.“ Wichtiger als die Abwanderung vieler niedersächsischer Abiturienten, die aufgrund der in Niedersachsen erhobenen Studiengebühren lieber in den Nachbar-Bundesländern ein Studium ohne allgemeine Studiengebühren beginnen. Nachdem in NRW die Studiengebühren abgeschafft wurden und dieser Schritt in Hamburg unmittelbar bevorsteht, gibt es neben Niedersachsen nur noch zwei weitere Bundesländer, die Studiengebühren erheben: Bayern und Baden-Württemberg. Barke selbst sieht die Abwanderung in andere Bundesländer gelassen: „Wie viele Studierende uns durch mögliche Abwanderungen verloren gehen könnten, kann ich nicht beurteilen. Zehn Prozent wären viel, aber vielleicht noch zu verschmerzen.“ Nun ist klar, die Geheimpläne lagen schon längst auf dem Tisch: Um den finanziellen Verlusten durch die Abwanderungen entgegen zu wirken, werden die Studiengebühren auf 750,- Euro/Semester erhöht. Insbesondere durch den doppelten Abiturjahrgang und den Wegfall der Wehrpflicht – wodurch die Zahl der Studienanfänger zum Wintersemester gravierend ansteigen wird – ist der Zeitpunkt ideal, die klammen Kassen durch Mehreinnahmen aus Studiengebühren zu füllen. Eine freudige Entscheidung auch für die Landesregierung um den niedersächsischen Ministerpräsidenten McAllister, die durch die Mehreinnahmen aus Studiengebühren den Etat für die Hochschule weiter kürzen können.
Leidtragende sind wieder einmal die Studierenden. Erste Reaktionen des AStA der Uni Hannover und anderen studentischen Initiativen gegen Studiengebühren zeigten sich empört, aber auch resignativ. „Bereits seit vielen Jahren kämpfen wir gegen die sozial unverträglichen allgemeinen Studiengebühren bzw. für deren Abschaffung. Die Erhöhung selbiger ist ein schwerer Schlag für unsere Bemühungen. Wir wollen diesen Kampf zwar weiterführen, ohne die Mithilfe der gesamten Studierendenschaft geht aber auch uns langsam die Kraft aus. Vielleicht sollten wir unsere Bemühungen einfach sein lassen und die Zeit lieber in einen schnellen und wirtschaftlich effektiven Abschluss investieren“, so Daniel K., Mitglied des Studierendenrat Geschichte. Uni-Präsident Barke sieht es in seinem Interview ähnlich: „Ich habe aber den Eindruck, dass die heutige Generation im Vergleich zu früher einen höheren Freizeitbedarf hat. Studieren ist und bleibt anstrengend. Ein reguläres Studium erfordert einen Zeitaufwand von mindestens 40 Stunden pro Woche, Freiräume muss man sich erkämpfen.“

Auch wenn dieser Artikel an das heutige Datum angelehnt ist, so kann es vielleicht bald ähnliche Schlagzeilen geben. Es gibt viele Initiativen, die gegen eine solche Entwicklung und Studiengebühren im Allgemeinen arbeiten, u.a. auch den Studierendenrat Geschichte. Wer also schockiert über diesen nicht ganz ernst gemeinten Artikel war, wenigstens ein paar Sekunden an den Wahrheitsgehalt dieser Nachricht geglaubt hat oder sich für dieses Thema interessiert und engagieren möchte, ist herzlich eingeladen, beim Studierendenrat mitzuwirken. Studiengebühren sind dabei nur eins von vielen heiklen Themen, die im Studierendenrat angegangen werden, Prüfungsordnungen, Studienbedingungen und viele andere Themen stehen regelmäßig auf unserer Tagesordnung. Daher kommt einfach mal vorbei, diskutiert mit und bringt Euch mit ein – nur so können wir dafür sorgen, dass solche Schlagzeilen Enten bleiben.

1 Response to “Studiengebühren werden erhöht – 750,- Euro ab WS 11/12”


  1. 1 plenz 1. April 2011 um 20:28

    schöner aprilscherz🙂

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